Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Web Original

Unsere Einheit mit Gott

From The Herald of Christian Science - November 22, 2021


 Wie sieht meine wahre Beziehung zu Gott aus? Das ist eine wichtige Frage, wenn wir verstehen wollen, wer wir wirklich sind. Christus Jesus, der größte Lehrer, beantwortet diese Frage auf einfache, aber bemerkenswerte Weise. Gemäß der Herangehensweise, die er von seinen Schülern erwartet, erklärt er: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10:30).

Jesus sagt hier nicht, dass er Gott ist, denn nur wenige Augenblicke später führt er aus, dass er Gottes Sohn ist (siehe Johannes 10:36). Und doch lädt er uns durch seine Worte „Ich und der Vater sind eins“ ein, tiefer über die Ausgangsfrage dieses Artikels nachzudenken, denn das ist für unsere Fähigkeit zu heilen unerlässlich: „Wie sieht meine wahre Beziehung zu Gott aus?“

Die Bibel beantwortet diese Frage auf unzählige, wirksame Weise. Gleich im ersten Kapitel der Bibel lesen wir, dass wir alle zum Bild und Gleichnis Gottes erschaffen – vollständig gottähnlich – sind (siehe 1. Mose 1:26, 27). Am Abend vor seiner Kreuzigung betet Jesus für seine Nachfolger, „damit sie alle eins werden, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns eins werden“ (Johannes 17:21). Und Paulus beschreibt unsere Beziehung zu Gott in einem theologischen Austausch mit einigen Athenern folgendermaßen: „In ihm leben, weben und sind wir“ (Apostelgeschichte 17:28).

Mary Baker Eddy spricht über dieses einzigartige Konzept der Einheit, die Jesus uns vermittelt. Sie schreibt in ihrem Hauptwerk, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Jesus von Nazareth lehrte und demonstrierte das Einssein des Menschen mit dem Vater, und dafür schulden wir ihm endlose Ehrfurcht“ (S. 18). Wenn wir im normalen Diskurs von dem Schöpfer und der Schöpfung sprechen, meinen wir zwei separate Dinge. Doch für Jesus sind „ich [die Schöpfung] und der Vater [der Schöpfer] ... eins“. Diese Behauptung zeigt die Unterschiedlichkeit, aber auch die Einheit von allem, was wahrhaft existiert.

Es kann sehr tröstlich sein, auf eine Erklärung von Mrs. Eddy zu stoßen, man solle nie erwarten, dass menschliche Ausdrücke grundlegenden geistigen Tatsachen vollständig gerecht werden. Mrs. Eddy weist darauf hin, dass wir zum Verständnis dieser Phänomene einen geistigen Sinn haben, um die Bedeutung der göttlichen Wissenschaft verstehen zu können.

Doch wir haben auch mächtige sprachliche Mittel – Metaphern, Vergleiche und Gleichnisse –, um unser Verständnis unserer Beziehung zu Gott zu vertiefen.

Gott wird in der Bibel Hunderte Male als die fortdauernde und unmittelbare Quelle des Menschen identifiziert, von der niemand jemals abgeschnitten werden kann. Der Psalmist schreibt beispielsweise: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, dann würde mich doch deine Hand dort führen und deine Rechte mich halten“ (Psalm 139:9, 10).

Mrs. Eddy, in deren Schriften diese Beziehung zu den zentralen Themen gehört, verwendet viele Vergleiche und Metaphern, um sie uns näher zu bringen. Die am besten ausgeführte Metapher ist die der Widerspiegelung – und sie ist sehr gut nachvollziehbar! Wir können damit uns selbst als absolut von Gott abhängig erkennen – ohne die geringste Eigenwilligkeit eines Muskels, eines Gedankens oder einer Form. Wenn wir noch tiefer vordringen, können wir im Rahmen dieser Metapher erkennen, dass jeder von uns kraft Widerspiegelung alle Eigenschaften von Gott innehat. Als die Widerspiegelung der göttlichen Liebe können wir so umfassend lieben wie Gott. Als die Widerspiegelung des göttlichen Gemüts können wir so umfassend verstehen wie Gott. Und als das Ebenbild Gottes können wir vollständig und augenblicklich heilen, denn so heilt Gott.

Eines der machtvollsten Mittel, das Mrs. Eddy verwendet, um diese geistige Einheit mit Gott zu verdeutlichen, ist das Übertreten einer Grammatikregel, denn sie schreibt: „Prinzip und seine Idee ist eins ...“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 465). Gott und der Mensch ist eins. Das Subjekt, das grammatisch als Plural auftritt, ist in Wirklichkeit nur eins.

Jesus hat seine Nachfolger geschult, ihre Einheit mit Gott nicht nur geistig zu spüren, sondern sich ihrer daraus resultierenden absoluten gottähnlichen Vollkommenheit bewusst zu werden (siehe Matthäus 5:48).

Außerdem erwartete er von ihnen, dass sie ihren geistigen Sinn benutzen, um die Einheit ihres Lehrers mit seiner Quelle zu erkennen. Das war die Grundlage seiner großen Enttäuschung, als Philippus dies nicht erkannte. „Jesus sprach zu ihm: ‚So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie sagst du denn: „Zeige uns den Vater“? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke. Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist‘“ (Johannes 14:9–11).

Durch die Jahrhunderte hindurch haben Verfasserinnen und Verfasser versucht, die Natur unserer Einheit mit Gott zu beschreiben. Der Dichter Tennyson schrieb: „Näher ist Er als Atmen und näher als Hände und Füße.“

Man sollte hinzufügen, dass Gott uns so nah ist wie Nässe dem Wasser, Hitze dem Feuer und Schönheit einem Meisterwerk. Diese verschiedenen Analogien helfen uns, eine bemerkenswerte Definition im Glossar von Wissenschaft und Gesundheit für den Begriff Ich oder Ego zu verstehen: „Göttliches Prinzip; Geist; Seele; unkörperliches, unfehlbares, unsterbliches und ewiges Gemüt.

Es gibt nur ein Ich oder Uns, nur ein göttliches Prinzip oder Gemüt, das alles Dasein regiert. ... Alle Dinge in Gottes Schöpfung spiegeln ein Gemüt wider und alles, was dieses eine Gemüt nicht widerspiegelt, ist falsch und irrig, nämlich der Glaube, dass Leben, Substanz und Intelligenz sowohl mental wie materiell seien“ (S. 588).

Es existiert nichts dergleichen als ein von Gott getrenntes Ich oder Ego. Das war eine radikale geistige Tatsache, die ich als Student lernen musste, denn ich war überzeugt, dass ich meine Aufnahmeprüfung für ein Doktorandenstudium lässig bestehen würde – doch da irrte ich mich.

Glücklicherweise hatte ich eine zweite Chance. Doch es war ein großes Umdenken vonnöten. Ich rang mit der Frage: „Wer ist das ‚Ich‘, das die Prüfung erneut ablegt?“ Wenn Gott „der große Ich bin“ ist (Wissenschaft und Gesundheit, S. 587), dann bedeutet dies logisch, dass wir keine separate Existenz und eindeutig kein separates Gemüt und keinen getrennten Denkmechanismus haben.

Doch wie lässt man das Bewusstsein von all dem Lernen und der Vorbereitung auf eine achtstündige Prüfung los? Ich stellte fest, dass es nur eine Möglichkeit gab – im Gebet bei Gott zu beginnen und dieses egozentrische „Ich“ abzulegen. Mit einem so klaren Bewusstsein von Gott als dem einzig Wissenden, Denkenden, Schreibenden und Sprechenden zu beginnen, sodass für ein anderes Ego oder einen anderen Handelnden kein Platz mehr ist. Als ich auf diese Weise betete, verstand ich, dass es nicht Gott plus Mensch ist, sondern Gott und Gottes Ausdruck, der Mensch. Ich verstand, dass es unendliche Ausdrücke dieser einen kreativen Intelligenz gibt, mich eingeschlossen. Kein separates Ego. Gott, das göttliche Gemüt, ist wirklich alles.

Mit dieser neuen Sichtweise war die Vorbereitung eine reine Freude. Es gab keine persönliche Verantwortung, sondern nur eine immer tiefergehende Anerkennung der konstanten, aktiven Originalität der göttlichen Intelligenz, Gottes. Das Ergebnis war die vollständige Umkehr des vorherigen Versagens: die bestmögliche Zensur, und im mündlichen Teil der Prüfung hatte ich weniger das Gefühl, geprüft zu werden, als eine interessante Diskussion unter Kollegen zu führen.

Wir leben in einer Welt, in der persönliche Errungenschaften wie ein Gott gesucht und bewundernd angebetet werden – eine Welt, in der eine von Gott getrennte Existenz als Tatsache gilt. Doch Jesu Lehren weisen uns in die gegensätzliche Richtung, in der wir das separate Ich gegen die Einheit mit dem großen Ich bin eintauschen.

Ein abschließender Gedanke: Früher fand ich, dass Mrs. Eddys Beschreibung von Gott als allmächtiges „Gemüt“ und vom Menschen als „Idee“ eine kluge Metapher für die Einheit des Menschen mit Gott war. Heute sehe ich sie nicht so sehr als Metapher, sondern als wundervoll sinnträchtige, korrekte Beschreibung der wahren Natur unserer Beziehung zu Gott. Das einzelne göttliche Gemüt kennt und nimmt seine Ideen als seine eigenen verbundenen Kreationen wahr. Doch es wäre absurd, sich eine Idee vorzustellen, die ein eigenständiges Denken hat – und am Ende gar beschließt, das Gemüt zu verlassen, das sie ersonnen hat.

Auf diese Weise bleiben wir alle als die individuellen und vom göttlichen Gemüt, Gott, entwickelten Ideen diesem Gemüt vertraut. Wir sind immer vollständig eins mit ihm.

John Tyler
auf Einladung der Redaktion

ACCESS MORE GREAT ARTICLES LIKE THIS!

Welcome to Herald-Online, the home of The Christian Science Herald. We hope you'll enjoy this article that has been shared with you.

To receive full access to the Heralds, activate an account using your print Herald subscription, or subscribe to JSH-Online today!

  

The Mission of the Herald

In 1903, Mary Baker Eddy established The Herald of Christian Science. Its purpose: "to proclaim the universal activity and availability of Truth." The definition of "herald" as given in a dictionary, "forerunner—a messenger sent before to give notice of the approach of what is to follow," gives a special significance to the name Herald and moreover points to our obligation, the obligation of each one of us, to see that our Heralds fulfill their trust, a trust inseparable from the Christ and first announced by Jesus (Mark 16:15), "Go ye into all the world, and preach the gospel to every creature."

Mary Sands Lee, Christian Science Sentinel, July 7, 1956

Learn more about the Herald and its Mission.