Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Web Original

Was die Welt heute braucht: die Kirche

From The Herald of Christian Science - August 4, 2022


Am 13. Juni 1905, mitten im Russisch-Japanischen Krieg, sandte Mary Baker Eddy eine ungewöhnliche Aufforderung an die Kirchenmitglieder. Sie wurde vier Tage später im Christian Science Sentinel, einer Schwesterzeitschrift des Herolds, veröffentlicht: Meine Geliebten! Ich bitte darum, dass jedes Mitglied der Mutterkirche Christi, Wissenschaftler, in Boston, jeden Tag für die gütliche Beilegung des Krieges zwischen Russland und Japan bete; dafür bete, dass Gott diese große Nation und jene Inseln im Meer mit Frieden und Wohlstand segnen möge“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 279).

Als sie dies schrieb, herrschte schon seit über einem Jahr Krieg, und beide Seiten hatten enorme Verluste. Doch Mrs. Eddy, die oft die Macht von Gebet demonstrierte, Probleme auf der persönlichen Ebene zu lösen, einschließlich Behinderung, Krankheit und psychischer Erkrankungen, war überzeugt, dass die Gebete der Christlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in größerem Umfang eine konkrete Hilfe sein können. Diese Hilfe konnte nicht allein durch Einzelpersonen kommen, sondern durch die Gemeinschaft – die heilende Macht der Kirche.

Zwei Wochen später, als Mrs. Eddy spürte, dass die Gebete der Mitglieder Wirkung zeigten, bestimmte sie, dass die Gebete eingestellt werden sollten, und ca. zwei Monate später wurde außerhalb von Portsmouth, New Hampshire, USA, ein Friedensabkommen zwischen Russland und Japan unterzeichnet.

Heute befindet sich die Welt in einer ähnlichen Lage, und es wüten weitere Kriege. Die kollektiven Übel der Unmenschlichkeit, des Terrors, Hasses und der Verluste schaffen Aufruhr in großen Bereichen der Weltbevölkerung. Doch wir stellen fest, dass eine ganz andere Art von kollektivem Vorgehen – kollektives Gebet – wie das der Kirchenmitglieder im Jahr 1905 ein gänzlich anderes Ergebnis bewirken kann.

Wie Fäden miteinander verdreht werden, um Schnüre herzustellen und aus Schnüren Seile entstehen, so übertrifft die Macht der Kirche als Ganzes die Macht jeder Einzelperson. Christus Jesus drückte dies so aus: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18:20). Auch verhieß er, dass „die Pforten der Hölle“ die Kirche nicht überwältigen würden (siehe Matthäus 16:18). Wenn die Pforten bzw. die Macht der Hölle die Kirche nicht überwältigen können, dann liegt das doch sicher daran, dass Christi Kirche gegenüber allem Bestand hat, was höllisch ist.

Und so ist es, wenn wir als Kirchenmitglieder mit vereintem Ziel und Gebet, wenn auch nicht unbedingt persönlich, zusammenkommen, um unserem Umfeld und unserer Welt zu helfen. Christus, die wahre Idee von Gott, ist mitten unter uns und ermächtigt uns, die Übel – die Höllen – der Welt durch ein Verständnis von Gott als Geist und von Seinen Kindern als Seinen geistigen Töchtern und Söhnen zu zerstören. Nur so werden diese Übel bezwungen.

Die gottgegebene Wahrheit, die Jesus so gut kannte und die er beständig umsetzte, können auch wir individuell und kollektiv realisieren und demonstrieren. Geistige Einheit hat die Macht, zum Herzen der umfassenden Bedürfnisse der Menschheit vorzudringen. Sie erweckt das menschliche Bewusstsein aus Unwissenheit, Furcht, animalischem Verhalten und Materialismus – die zu sündigem Handeln und tödlichen Taten führen –, damit es hier und jetzt das Göttliche wahrnimmt, die Güte der Liebe, die Heiligkeit des Lebens, den Frieden des Gemüts. Wenn eine Gemeinschaft am selben Strang zieht, zeigt sie die Bereitschaft, andere korrekt wahrzunehmen – als grundsätzlich geistig, als die Nachkommen Gottes, des Geistes. Das göttliche Licht scheint immer nach außen und zerstört verlässlich die üblen Gedanken, Motive und Machenschaften, aus denen die Schlechtigkeit in aller Welt entsteht.

Jesus versprach, dass alle, die ihm von ganzem Herzen nachfolgen, die Heilungen vollbringen werden, die er tat. Das traf in keinem Fall besser zu als im Lebenslauf von Paulus, dem Kirchengründer, der selbst erlebt hatte, was vereintes Gebet bewirken kann, denn es hatte ihn vor Sünde, Gefangenhaft und sogar dem Tod bewahrt. Das erste christliche Kollektiv – Jesu Jünger – bewirkte nicht nur körperliche Heilungen, sondern wuchs so sehr im heiligen, christusähnlichen Charakter, im geistigen Verständnis und in heiliger Einigkeit, dass die Gesellschaften, in denen sie lebten, umgewandelt wurden.

Mary Baker Eddy definierte Kirche unter anderem als „diejenige Institution, die den Beweis ihrer Nützlichkeit erbringt und die die Menschheit erhebt“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 583). Nichts hält uns davon ab, die Art von heilender Auswirkung auf weltweite Übel zu haben, wie die Mitglieder, die vor über hundert Jahren für die Weltereignisse ihrer Zeit beteten, und wie Jesu Jünger und alle, die ihnen nachfolgten, auf die kollektiven Probleme ihrer Zeit hatten. Wir haben dieselben Werkzeuge wie sie damals – einschließlich des Wissens, dass Gott wahrlich allmächtig ist –, um die mentalen Kräfte zu zerstören, die Krieg, Pandemien und andere kollektive Leiden verbreiten und aufrechterhalten.

Obwohl die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft nicht persönlich zugegen ist und uns aufruft, kollektiv durch Gebet auf die Herausforderungen der Welt einzugehen, hat sie eine Zeitung, den Christian Science Monitor, ins Leben gerufen, die das heute übernimmt. Der Monitor wird von der Kirche Christi, Wissenschaftler, herausgegeben; er erweckt und beeinflusst das Denken – und damit Ereignisse –, indem er hilft, die geistigen Werte zu definieren und zu bekräftigen, die den Fortschritt jeder Gesellschaft fördern.

Unser vereintes Eingehen auf den Aufruf, so zu beten, dass die Bedürfnisse nah und fern gestillt werden, trägt diese Art Frucht: „Die stillen Gebete unserer Kirchen, die in den dunklen Gängen der Zeit widerhallen, werden auf Schallwellen fortgetragen, ein Vollklang von Herzschlägen, der von einer Kanzel zur anderen und von einem Herzen zum anderen schwingt, bis Wahrheit und Liebe in einem einzigen gerechten Gebet verschmelzen und die Menschheit umfangen und vereinen“ (Verschiedenes, S. 189).

Es ist ein Privileg und eine Macht, in Erwartung dessen zusammenzukommen.

Ethel A. Baker
Chefredakteurin

ACCESS MORE GREAT ARTICLES LIKE THIS!

Welcome to Herald-Online, the home of The Christian Science Herald. We hope you'll enjoy this article that has been shared with you.

To receive full access to the Heralds, activate an account using your print Herald subscription, or subscribe to JSH-Online today!

  

The Mission of the Herald

In 1903, Mary Baker Eddy established The Herald of Christian Science. Its purpose: "to proclaim the universal activity and availability of Truth." The definition of "herald" as given in a dictionary, "forerunner—a messenger sent before to give notice of the approach of what is to follow," gives a special significance to the name Herald and moreover points to our obligation, the obligation of each one of us, to see that our Heralds fulfill their trust, a trust inseparable from the Christ and first announced by Jesus (Mark 16:15), "Go ye into all the world, and preach the gospel to every creature."

Mary Sands Lee, Christian Science Sentinel, July 7, 1956

Learn more about the Herald and its Mission.