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Was mir geblieben war: Liebe

From The Herald of Christian Science - May 16, 2022


In meinem letzten Sommerlager für Christliche Wissenschaftlerinnen hätte ich vermutlich das Prädikat „wendet sich am ehesten von der Christlichen Wissenschaft ab“ verdient.

Wie sich alles gewandelt hatte! Ich war mit zwölf der Mutterkirche, der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler in Boston, beigetreten. Mit dreizehn hatte mich die Sonntagsschule als reif genug in meinem Verständnis der Christlichen Wissenschaft erachtet, dass ich Vertretungsunterricht bei den kleinen Kindern geben durfte. Ich hatte die geistige Wahrheit geliebt und sie gewissenhaft befolgt.

Vier Jahre später hinterfragte ich alles, was mir einst lieb und teuer gewesen war. Nun kam mir die Bibel widersprüchlich und voll dubioser Aussagen vor. Die Schriften von Mary Baker Eddy warfen mehr Fragen auf als sie beantworteten, und die Erklärungen meiner Sonntagsschullehrerin schienen nichts zu bringen.

Meine akademische Schulbildung lehrte, man solle von dem aus argumentieren, was berührbar ist. Je mehr ich also über die Geschichte und die Gegenwart der Welt lernte, desto schwerer war es, an einen erhabenen und liebevollen Gott zu glauben. Meine eigenen Heilungen und kleinen Erlebnisse mit der göttlichen Liebe verblichen angesichts so viel menschlichen Leids. Wieso sollte ich durch Gebet von Gehörgangsentzündung geheilt werden, wenn andere Kinder auf der Welt arm waren oder in Kriegsgebieten leben mussten? Was für eine Art Gott ließ so etwas zu?

Irgendwann war ich überzeugt, besser informiert zu sein als sonst jemand in der Kirche oder im Sommerlager. Als ich in jenem Herbst aufs College kam, stattete ich der örtlichen Zweigkirche Christi, Wissenschaftler, einen Besuch ab, sah nur wenige Leute und einen schlecht gelüfteten Kirchensaal und ging nie wieder hin.

Doch mit der Zeit wuchs mein Wunsch, ein tieferes Verständnis von meinem Lebenszweck zu erlangen und die Heilungen meiner Kindheit besser zu verstehen. Ich studierte Philosophie, praktizierte Meditation und beschäftigte mich mit anderen Religionen, aber nichts davon vermittelte mir eine allumfassende Wahrheit. Gleichzeitig war ich viel krank, und weder alternative noch die Schulmedizin brachte etwas.

Durch eine Krankheit ans Bett gefesselt, war mein Sehnen nach Verständnis immer noch sehr groß. Ich hatte nichts zu tun, also verglich ich noch einmal die verschiedenen religiösen Theorien und dachte über Physik und die Argumente des Atheismus nach. Aber nichts erschien mir vollständig oder richtig.

An einem Abend bin ich im Geist alles durchgegangen, was ich meiner Meinung nach wusste, und habe alles rausgeworfen, was ich aufgrund der Meinungen und Theorien anderer akzeptiert hatte. Wenn ich für eine Sache keine Beweise in meiner eigenen Erfahrung finden konnte, musste sie gehen. Schulwissen, künstlerische Auslegung, literarische Meinungen und alles, was ich jemals – wenn auch noch so geringfügig – widerlegt gesehen hatte, wurde abgewiesen, und ich fragte mich, ob am Ende überhaupt etwas übrigbleiben würde.

Es stellte sich heraus, dass eine Sache Bestand hatte: die göttliche Liebe. Liebe war trotz widriger Umstände und unabhängig von meiner Würdigkeit da gewesen. Ich hatte ein Gefühl, umsorgt zu sein, was über alle materiellen Umstände hinausging. Diese Liebe war eindeutig göttlich und beruhte weder auf meiner eigenen Schöpfung noch auf Einbildung. Sie bescherte mir tiefen Frieden und kurz darauf Heilung.

Die Erfahrung war mir vertraut und gab mir das Gefühl, wieder ein Kind zu sein – auf bestmögliche Weise. Ich holte mein altes Exemplar von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy hervor und fand Erklärungen darin, die mir nun einleuchteten. Und ich stieß auf eine geistige Forderung, die zu befolgen war. Ich musste die Wahl treffen: nach dieser neu-alten Offenbarung geistiger Wirklichkeit leben oder zu meiner alten Denkweise zurückkehren. Nun war mir der Weg nach vorn klar. Die Heilungen und Demonstrationen von Gottes Güte in meinem Leben waren keine Fälle göttlicher Intervention oder persönlicher Würdigkeit gewesen, sondern ein Blick auf das viel größere, geistige Gute – die allgegenwärtige Liebe Gottes.

Nach diesem Wendepunkt wurde alles viel einfacher, wenn auch nicht immer leicht. Dieses Lied aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft fasst meine Erfahrung gut in Worte: 

Vom Sinn zur Seele liegt der Pfad nun vor mir,
aus Nebelschatten zu der Wahrheit klar.
Mir dämmern aller Dinge Wirklichkeiten;
mein Herze singt: Der Weg ist offenbar.
(Violet Hay, Nr. 64, Orig. und Übers. ©CSBD)

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Mary Sands Lee, Christian Science Sentinel, July 7, 1956

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